Konzert vom 14. März 2010
Seelscheider Kirchenchor verpflichtet sich langer Tradition
Die Aufführung der „Historia des Leidens und Sterbens unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi nach dem Evangelisten St. Matthäus“, so der offizielle Titel der Matthäuspassion von Heinrich Schütz, hat in Seelscheid bereits seit 1887 Tradition. Die dem Evangelischen Kirchenchor Seelscheid gewidmete überarbeitete Fassung von Arnold Mendelssohn für Chor und Klavier bewegte auch in diesem Konzert am 14. März 2010 die Zuhörer in der gut besuchten Dorfkirche. Unter dem sehr ambitionierten Dirigenten, Karsten Rentzsch, gelang eine stimmungsvolle Aufführung. Auch die sehr gut ausgebildeten Stimmen von Dieter Walterscheid, als Evangelist, und Rainer Land, als Christus, in den längeren Solisten-Passagen überzeugten mit ihrer Hingabe die beeindruckt lauschenden Zuhörer. Die kürzeren Frauenrollen wurden souverän von Christel Fischer, Sopran, und Margarete Helbig, Alt, (beide aus dem Chor) übernommen. Effektreich waren ebenso die zurückhaltenden und dadurch sich gut einfügenden Ton-Eingaben von Frank Hoppe am Flügel. Nicht zuletzt erstaunte die Disziplin im Chor, durchaus nicht nur wegen des langen Stehens! Man darf gespannt sein, welches Werk in der großen Auswahl der Kirchenmusik möglichst bald als nächstes auf dem Plan stehen wird. Zur Vorbereitung der nächsten Aufführung werden wieder Sangesfreudige von außerhalb den Chor ergänzen.
Als Rahmen für die Passion dienten dem Chor die Sätze „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Johann Sebastian Bach, „Aller Augen warten auf dich“ ebenfalls von Heinrich Schütz sowie „O Traurigkeit, o Herzeleid“ von Franz Liszt.
Felix Römer/Friedrich Haarhaus